Leistungen

Das Ingenieurbüro S. Kämpfer hat sich auf Kanalzustandsklassifizierung, Kanalzustandsbewertung sowie Kanalsanierungskonzepte spezialisiert. Unsere Sanierungsmaßnahmen führen wir hauptsächlich mittels des Schlauchliningverfahrens durch.

Bestandserfassung

Im ersten Schritt erfassen wir den Kanalbestand. Dazu sichten wir vorhandene analoge und digitale Bestandsunterlagen und vermessen nach Bedarf die Kanalisation neu. Wir digitalisieren alle Daten, sodass sie in einem Geografischen Kanalinformationssystem (GIS) genutzt werden können.

Die TV-Inspektion und die Reinigung der Kanäle führen spezialisierte Unternehmen mithilfe modernster Technik durch. Wir koordinieren Ausschreibung, Vergabe und Ausführung der TV-Inspektion für den Auftraggeber.


Zustandsbewertung/ -klassifikation

Mittels einer TV-Inspektion werden eventuelle Schäden erfasst und bewertet. Danach erfolgt die Klassifikation nach 5 Zustandsklassen, wie 0 ( = umgehende Schadensbehebung), 1 ( = kurzfristige Schadensbehebung, 2-3 Jahre), 2 ( = mittelfristige Schadensbehebung, 5 Jahre), 3 ( = langfristige Schadensbehebung, 8-10 Jahre) bis hin zu Klasse 4 (= kein Handlungsbedarf, im Betrieb beobachten). Die Zustandsbewertung berücksichtigt in Abhängigkeit von den Anforderungen an das Kanalsystem:

  • das Schadensbild
  • das Schadensausmaß und
  • die hydraulische Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes.

Kanalisierungskonzepte

Im dritten Schritt entwickeln wir auf Basis der Zustandsbewertung ein maßgeschneidertes Kanalsanierungskonzept. Mithilfe der Klasseneinteilung priorisieren wir die Schäden im Hinblick auf Risikopotenzial für bestimmte Schutzgüter. Für jeden Schaden wählen wir aus den gängigen Sanierungsverfahren nach technischen, wirtschaftlichen und umwelt- relevanten Gesichtspunkten das geeignete Vorgehen aus. Dieses schadensbezogene Vorgehen reduziert die Kosten und führt zu einer hohen Wirtschaftlichkeit.

Die Länge der geschädigten Strecken, die Vielzahl der Schäden und die begrenzten Haushaltsmittel machen die netzweite Sanierung zu einem Generationenproblem, dessen Lösung nur durch strategische Sanierungskonzepte erreicht werden kann.

Hier sehen Sie ein Beispiel für einen Kanalsanierungsplan >>


Hydraulik

Zur Berechnung des Abwassersystems benutzen wir ein hydrodynamisches Verfahren, dass mit Hilfe von HYSTEM-EXTRAN in der derzeitigen Version 7.3 angewendet wird. Das Programm besteht aus zwei unabhängigen Berechnungsabschnitten, dem HYSTEM, welches den Oberflächenabfluss simuliert und berechnet welche Wassermenge in m³ in das vorhandene Abwassersystem gelangt, und dem Teil EXTRAN, welcher berechnet, wie das Wasser durch das vorhandene System gelangt.

Das Oberflächenabflussmodell HYSTEM:

Das hydrologische Stadtentwässerungsmodell HYSTEM berechnet zeitschritt- und haltungsweise die Oberflächenzuflüsse zum Kanalnetz. Bei der Ermittlung des Oberflächenabflusses werden dabei die Teilprozesse Abflussbildung und Abflusskonzentration unterschieden, für die im Modell verschiedene Ansätze implementiert sind. Für die vorzunehmende Simulation wird ein Modellansatz verwendet, der zum einen die Abflussbildungsberechnung der undurchlässigen Flächen nach der Grenzwertmethode, und zum anderen der durchlässigen Flächen nach dem Infiltrationsmodell von Neumann erfasst. Die Abflusskonzentrationsberechnung erfolgt mit Hilfe der Standard-Einheitsganglinie.

Das Abflusstransportmodell EXTRAN:

Das hydrodynamische Abflusstransportmodell EXTRAN basiert auf einem Differentialgleichungssystem, bestehend aus der Bewegungs- und Kontinuitätsgleichung. Mit diesem Gleichungssystem und zusätzlich notwendigen Gleichungen für Sonderbauwerke in einem Kanalnetz (z.B. Wehre, Auslässe) können die Abflüsse und Wasserstände in jedem Schacht und jeder Haltung zu jedem Zeitpunkt des Berechnungszeitraumes ermittelt werden. Im Gegensatz zu hydrologischen Berechnungsmodellen können mit EXTRAN Systemzustände wie Einstau und Rückstau erfasst und Sonderbauwerke wie z.B. Pumpen, Wehre oder Rückhaltebecken in die Berechnung einbezogen werden.